Demenz betrifft uns alle
In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz: Bis 2050 könnten es bereits 2,8 Millionen sein. Demenz betrifft nicht nur einzelne Personen, sondern
Familien, Angehörige und ganze Gemeinschaften.
Was ist die Nationale Demenzstrategie?
Die Nationale Demenzstrategie ist ein Programm der Bundesregierung. Gemeinsam mit zahlreichen Organisationen, Verbänden und gesellschaftlichen Akteuren verfolgt sie das Ziel, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen nachhaltig zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen dabei Aufklärung, gesellschaftliche Teilhabe, Sensibilisierung sowie der Ausbau unterstützender Angebote im Alltag.
DITIB ist seit 2023 aktiver Partner der Nationalen Demenzstrategie und beteiligt sich mit eigenen Projekten und Maßnahmen im Bereich der Moscheegemeinden.
Warum engagiert sich DİTİB im Bereich Demenz?
Auch in muslimischen Gemeinden wird das Thema Demenz zunehmend sichtbarer. Viele ältere Menschen wenden sich in schwierigen Lebenssituationen an ihre Moscheegemeinde – auch bei Krankheit, Einsamkeit oder Überforderung im Alltag. Unser Ziel ist es, Moscheegemeinden demenzsensibel zu gestalten und Betroffene sowie Angehörige besser zu begleiten. Denn: Demenz kann jeden treffen.
Was wir tun
- Informationsveranstaltungen in Moscheegemeinden
- Schulungen für Religionsbeauftragte und MultiplikatorInnen
- Demenzsensible Gottesdienste
- Thematische Freitagspredigten in über 850 Moscheegemeinden
- Materialien und Aktionsangebote für Gemeinden
- Projekte zur „Woche der Demenz“ und zum Welt-Alzheimertag
- Netzwerktreffen und Erfahrungsaustausch
Unsere bisherigen Aktivitäten
Seit Beginn unserer Beteiligung an der Nationalen Demenzstrategie setzt DİTİB gemeinsam mit seinen Moscheegemeinden regelmäßig Maßnahmen zur Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema Demenz um.
2023 – Weiterbildung zu demenzsensiblen Moscheegemeindenden
In Kooperation mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) führte die DİTİB-Abteilung für Familie und Soziale Dienste am 17. Oktober 2023 eine ganztägige Weiterbildung zum Thema „Demenzsensible Moscheegemeinden“ durch. 25 Religionsbeauftragte aus Köln, Düsseldorf, Essen und Münster erhielten praxisnahe Impulse zum sensiblen Umgang mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Zugleich beschäftigten sie sich damit, wie demenzsensible Strukturen in Moscheegemeinden gestärkt werden können.
2024 – Demenz bundesweit in Freitagspredigten
Anlässlich des Welt-Alzheimertages und der bundesweiten Woche der Demenz griff die DİTİB-Abteilung für Familie und Soziale Dienste im September 2024 gemeinsam mit der DİTİB-Predigtkommission das Thema Demenz bundesweit in den Freitagspredigten auf. Im Mittelpunkt standen die Lebensrealität von Menschen mit Demenz, der verständnisvolle Umgang mit Betroffenen und ihren Angehörigen sowie die Bedeutung von Geduld, Barmherzigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Auf diese Weise wurden zahlreiche Moscheegemeinden für das Thema sensibilisiert.
2025 – Erinnerungsgalerien in Moscheegemeinden
Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie gestalteten fünf DİTİB-Moscheegemeinden im Jahr 2025 sogenannte Erinnerungsgalerien. Mit persönlichen Erinnerungsstücken, Fotografien und den dazugehörigen Geschichten entstanden Ausstellungen, die Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander ins Gespräch brachten und das Bewusstsein für Demenz stärkten. Dank des großen ehrenamtlichen Engagements war die Resonanz so positiv, dass einige Gemeinden ihre ursprünglich für die Woche der Demenz geplanten Ausstellungen über den Aktionszeitraum hinaus verlängerten.
Ein zweisprachiger Videorückblick gibt Einblicke in die Erinnerungsgalerien und das Engagement der beteiligten Moscheegemeinden.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Moscheen sind nicht nur Orte des Gebets, sondern auch Orte der Begegnung, Unterstützung und gesellschaftlichen Verantwortung. Mit diesem Projekt möchten wir das Thema Demenz sichtbar machen, Berührungsängste abbauen und Menschen stärken – unabhängig von Herkunft oder Religion.
