Das DITIB Stipendium für soziale Dienste fördert engagierte junge Menschen, die sich im sozialen Bereich qualifizieren und langfristig Verantwortung in den Moscheegemeinden übernehmen möchten. Ziel ist es, muslimisches Fachpersonal im sozialen Bereich in Deutschland gezielt aufzubauen und gleichzeitig die Entwicklung professioneller sozialer Strukturen in den Gemeinden zu stärken.
Die Ausschreibung für das DITIB-Stipendium für Soziale Dienste erfolgt jährlich. Bewerbungen können jeweils im Zeitraum vom 1. August bis zum 31. August eingereicht werden. Der Aufruf, alle Informationen zur Ausschreibung, zum Bewerbungsverfahren sowie zu den Auswahlgesprächen werden über den Instagram-Kanal ditibsozialedienste veröffentlicht.
Das Stipendienprogramm besteht aus zwei zentralen Komponenten:
Finanzielle Förderung
Die Geförderten erhalten während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums eine monatliche Unterstützung:
- 750 Euro für Auszubildende
- 850 Euro für Studierende
Förderdauer
Die Förderung erfolgt grundsätzlich für die Dauer der Regelstudienzeit bzw. Regelausbildungszeit. Die maximale Förderdauer beträgt drei Jahre. Über Ausnahmen und Verlängerungen wird im Einzelfall entschieden.
Ideelle Förderung
Das Stipendium ist als mehrjähriges Entwicklungsprogramm angelegt und verbindet Theorie, Praxis und Engagement in den Gemeinden. Dabei bildet die ideelle Förderung das Herzstück des Stipendienprogramms. Sie ergänzt die finanzielle Unterstützung durch ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm, das die fachliche, persönliche und gesellschaftliche Entwicklung der Stipendiatinnen und Stipendiaten begleitet. Die Bestandteile der ideellen Förderung sind:
I. Workshops & Module
Die Workshops bilden das fachliche Fundament des Stipendienprogramms. Zweimal jährlich kommen die Stipendiatinnen und Stipendiaten zu mehrtägigen Präsenzveranstaltungen zusammen, um sich fachlich weiterzubilden, aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen zu diskutieren und sich mit anderen Teilnehmenden zu vernetzen. Die Workshops finden jeweils rund um die Pfingst- und Weihnachtsfeiertage statt und orientieren sich an vier Entwicklungsbereichen:
- MODUL A Fachexpertise: Sozialberufe: Vermittlung von Grundlagen und aktuellen Entwicklungen der Sozialen Arbeit sowie fachlicher Kompetenzen für die Praxis in sozialen Diensten.
- MODUL B Islamisches Fachwissen für soziale Berufe: Auseinandersetzung mit religiösen Fragestellungen, ethischen Grundlagen und der Rolle muslimischer Fachkräfte in sozialen Handlungsfeldern.
- MODUL C Gesellschaftspolitik und religiöse Dynamiken: Einblicke in das Sozial- und Bildungssystem, gesellschaftliche Entwicklungen, Religionspolitik sowie Fragen gesellschaftlicher Teilhabe.
- MODUL D Selbstmanagement: Stärkung von Kommunikationsfähigkeit, Selbstreflexion, Resilienz, Verantwortungsbewusstsein und persönlicher Handlungskompetenz.
II. Praxis in den Gemeinden und Gesellschaftliches Engagement
Ein wesentliches Ziel des Stipendienprogramms besteht darin, erworbene Kenntnisse nicht nur zu vertiefen, sondern auch praktisch anzuwenden. Daher bringen die Stipendiatinnen und Stipendiaten die Erfahrungen und Kompetenzen aus Studium, Ausbildung und Workshops aktiv in die Moscheegemeinden ein. Durch Freiwilligendienste, Projektarbeit und die Entwicklung praxisorientierter Materialien sammeln sie wertvolle Praxiserfahrungen und leisten zugleich einen Beitrag zur Weiterentwicklung sozialer Dienste vor Ort. Zu den zentralen Bestandteilen gehören:
- Freiwilligendienst
Im Rahmen eines Freiwilligendienstes engagieren sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten in den sozialen, pädagogischen oder gemeinschaftsbezogenen Angeboten einer DITIB-Moscheegemeinde. Dabei erhalten sie Einblicke in die praktische Arbeit vor Ort, lernen bestehende Strukturen kennen und sammeln erste Erfahrungen in unterschiedlichen Handlungsfeldern sozialer Dienste. Der Freiwilligendienst trägt dazu bei, die im Studium, in der Ausbildung und in den Workshops erworbenen Kenntnisse mit den konkreten Bedürfnissen der Gemeindepraxis zu verbinden. Insgesamt leisten die Stipendiatinnen und Stipendiaten während ihrer Förderzeit 40 Stunden freiwilliges Engagement. - Projektarbeit
Aufbauend auf den im Freiwilligendienst, in den Workshops sowie im Studium oder in der Ausbildung gesammelten Erfahrungen entwickeln und realisieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten ein eigenes Projekt in einer DITIB-Moscheegemeinde. Ziel ist es, Bedarfe vor Ort zu erkennen, praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln und bestehende soziale Angebote nachhaltig weiterzuentwickeln. Die Projekte können sich beispielsweise an Kinder, Jugendliche, Familien oder Seniorinnen und Senioren richten und verbinden fachliches Wissen mit gesellschaftlicher Verantwortung und praktischem Engagement. - Materialentwicklung
Die im Studium, in der Ausbildung sowie in der Gemeindepraxis gewonnenen Erfahrungen werden abschließend in Form von praxisorientierten Materialien aufbereitet. Hierzu können beispielsweise Leitfäden, Arbeitshilfen, Broschüren oder andere Ressourcen gehören, die Moscheegemeinden bei der Umsetzung sozialer Dienste unterstützen. Auf diese Weise entstehen nachhaltige Werkzeuge, die auch über die eigene Förderzeit hinaus der Gemeinschaft zugutekommen.
Bewerbung
Das DITIB-Stipendium für Soziale Dienste richtet sich an muslimische Studierende und Auszubildende in sozialen Berufsfeldern, die ihre fachlichen Kompetenzen in den Dienst der Gemeinschaft stellen möchten. Das Programm richtet sich insbesondere an Personen, die bereits in einer DITIB-Moscheegemeinde engagiert sind oder sich künftig aktiv in die soziale Arbeit von DITIB-Moscheegemeinden einbringen möchten.
Für das aktuelle Förderjahr können sich Studierende und Auszubildende der folgenden Fachrichtungen bewerben:
- Soziale Arbeit/Sozialpädagogik
- Sozialmanagement
- Kindheitspädagogik
- Erzieherausbildung
Voraussetzung für eine Bewerbung ist, dass die Bewerberinnen und Bewerber entweder bereits in einem förderfähigen Studium bzw. einer förderfähigen Ausbildung eingeschrieben sind oder ihr Studium bzw. ihre Ausbildung spätestens zum Wintersemester des jeweiligen Förderjahres beginnen. Vorbereitungsjahre sowie Fernstudiengänge sind von der Förderung ausgeschlossen. Duale Studiengänge können gefördert werden. (Noch) nicht förderfähig sind insbesondere Studiengänge der Erziehungswissenschaften, Psychologie, Lehramtsstudiengänge sowie Fachrichtungen, die bereits durch andere Stipendienprogramme der DITIB gefördert werden.
Die Bewerbung erfolgt ausschließlich über das Online-Bewerbungsportal. Mit Beginn der Bewerbungsphase wird der entsprechende Bewerbungslink hier veröffentlicht.
Bewerbungsunterlagen
Für die Bewerbung werden je nach persönlicher Situation folgende Unterlagen benötigt:
- Aktuelles Passfoto
- Personalausweis (Vorder- und Rückseite als separate Dateien)
- Studienbescheinigung bzw. Ausbildungsnachweis
- BAföG-Bescheid (falls vorhanden)
- Transcript of Records bzw. Ausbildungszeugnisse (bei Bewerberinnen und Bewerbern in höheren Semestern bzw. Ausbildungsjahren)
- Nachweis einer Behinderung (falls vorhanden)
- Nachweis einer Mitgliedschaft in einer DITIB-Moscheegemeinde (falls vorhanden)
- Nachweis über ehrenamtliches Engagement in einer DITIB-Moscheegemeinde (falls vorhanden)
- Nachweis über die Mitgliedschaft der Eltern oder des Ehepartners in einer DITIB-Moscheegemeinde (falls vorhanden)
- Nachweis über ehrenamtliches Engagement der Eltern oder des Ehepartners in einer DITIB-Moscheegemeinde (falls vorhanden)
- Motivationsschreiben (Bitte erläutern Sie Ihre Motivation für die Wahl Ihres Studien- bzw. Ausbildungsgangs, Ihr Interesse am DITIB-Stipendium für Soziale Dienste sowie Ihre Vorstellungen von Ihrem zukünftigen Beitrag zur sozialen Arbeit in Moscheegemeinden und der Gesellschaft.)
Sollten Sie zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht immatrikuliert oder in die Ausbildung aufgenommen worden sein, können Sie zunächst einen Nachweis über Ihre Bewerbung für den entsprechenden Studien- oder Ausbildungsplatz einreichen. Die endgültigen Unterlagen können nachgereicht werden.
Technische Hinweise
Die Bewerbung erfolgt ausschließlich über das Online-Bewerbungsportal. Für die Registrierung und Bewerbung empfehlen wir die Nutzung eines PCs oder Laptops sowie des Browsers Google Chrome. Folgende Dateiformate werden akzeptiert:
- JPG
- PNG
Die maximale Dateigröße beträgt 5 MB pro Datei.
Auswahlverfahren (Assessment Center)
Die Auswahl erfolgt über ein mehrstufiges Verfahren. Nach Prüfung der Bewerbungsunterlagen werden geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu einem Assessment-Center eingeladen. Die Einladung zum Assessment-Center stellt noch keine Förderzusage dar. Im Rahmen des Assessment-Centers werden die Bewerberinnen und Bewerber hinsichtlich ihrer Motivation, ihres Engagements, ihrer persönlichen Eignung sowie ihres Potenzials für die soziale Arbeit in DITIB-Moscheegemeinden bewertet. Neben schulischen und akademischen Leistungen spielen insbesondere Persönlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, gesellschaftliches Engagement und die Bereitschaft, langfristig Verantwortung in den sozialen Diensten der Gemeinden zu übernehmen, eine wichtige Rolle. Da die Anzahl der Förderplätze begrenzt ist, können nicht alle eingeladenen Personen in das Stipendienprogramm aufgenommen werden.
Das Assessment-Center findet grundsätzlich in Präsenz in Köln statt. Eine Online-Teilnahme ist nicht möglich. Bewerberinnen und Bewerber müssen ihre An- und Abreise selbst organisieren. Eine Erstattung der Fahrtkosten kann derzeit nicht erfolgen.
Nach Abschluss des Assessment-Centers werden die Ergebnisse ausgewertet und die Bewerberinnen und Bewerber entsprechend ihrer Eignung und der verfügbaren Förderplätze berücksichtigt. Anschließend werden alle Teilnehmenden über das Ergebnis des Auswahlverfahrens informiert. Die ausgewählten Personen erhalten weitere Informationen zum Aufnahmeverfahren sowie zum Beginn der Förderung.
Das Stipendium ist bewusst mit Engagement verbunden.
Von den Geförderten wird erwartet:
- regelmäßige Teilnahme an den Workshops
- aktive Mitwirkung in der Gemeinde
- eigenständige Projektarbeit
- Erstellung von praxisrelevanten Materialien
Diese Elemente dienen dazu, die persönliche und fachliche Entwicklung gezielt zu fördern und gleichzeitig einen konkreten Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten.
