Abschluss der ersten hauptamtlichen islamischen Krankenhausseelsorgeausbildung in Deutschland

Elf Theologinnen und Theologen wurden erstmals für die professionelle islamische Krankenhausseelsorge in Deutschland ausgebildet.

Was 2022 mit einer Vision begann, wurde im Sommer 2024 zu einem historischen Meilenstein: In der DITIB-Zentrale in Köln erhielten die ersten hauptamtlich ausgebildeten islamischen Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger Deutschlands ihre Zertifikate.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung wurden elf Theologinnen und Theologen offiziell für die professionelle Begleitung muslimischer Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern qualifiziert. Damit entstand erstmals ein strukturiertes Ausbildungsmodell für hauptamtliche islamische Krankenhausseelsorge in Deutschland.

Die feierliche Abschlussveranstaltung machte deutlich, dass es dabei um weit mehr ging als um ein einzelnes Bildungsprojekt. Vielmehr steht die Ausbildung für die wachsende Bedeutung muslimischer Seelsorge innerhalb der deutschen Gesundheits- und Religionslandschaft.

Krankenhausaufenthalte gehören für viele Menschen zu den sensibelsten Phasen ihres Lebens. Krankheit, Unsicherheit, Schmerz oder die Konfrontation mit dem Tod werfen häufig auch spirituelle und existenzielle Fragen auf. Genau hier setzt professionelle Seelsorge an: Sie begleitet Menschen unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation mit Empathie, Reflexion und religiöser Sensibilität.

Die Ausbildung umfasste über 400 theoretische und praktische Unterrichtseinheiten in zwölf Modulen und wurde durch einen wissenschaftlichen Beirat mit Expertinnen und Experten aus Theologie, Wissenschaft und Praxis begleitet. Neben theologischen Inhalten standen insbesondere Gesprächsführung, Selbstreflexion, praktische Fallarbeit sowie die Herausforderungen des Klinikalltags im Mittelpunkt.

In seiner Ansprache betonte der Vorsitzende der DITIB, Muharrem Kuzey, die Bedeutung seelsorgerischer Begleitung für den ganzheitlichen Heilungsprozess von Patientinnen und Patienten. Spirituelle Unterstützung könne Menschen in belastenden Lebenssituationen Orientierung, Stabilität und Trost geben.

Auch die intensive praktische Ausbildungsphase spielte eine zentrale Rolle. Während ihrer Praktika sammelten die Teilnehmenden erste Erfahrungen im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten sowie mit klinischen Strukturen. Die Ausbildung verband damit wissenschaftliche Grundlagen, praktische Handlungskompetenzen und persönliche Reflexion.

Mit dem Abschluss der ersten Ausbildungsgruppe wurde zugleich ein wichtiger Grundstein für die weitere Professionalisierung islamischer Seelsorge in Deutschland gelegt. Die Absolventinnen und Absolventen gelten dabei nicht nur als Fachkräfte ihres Bereichs, sondern auch als Wegbereiter eines Arbeitsfeldes, das in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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