V. Workshop des DITIB-Stipendiums für Soziale Dienste erfolgreich abgeschlossen

Fachlicher Austausch, gesellschaftliche Verantwortung und persönliche Reflexion standen im Mittelpunkt des bundesweiten Workshops in Köln

Vom 23.–25. Mai 2026 fand in den Räumlichkeiten der Kölner Zentralmoschee der 5. Workshop des DITIB-Stipendiums für Soziale Dienste statt. Im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms kamen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus verschiedenen Städten Deutschlands zusammen, um sich intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, sozialpädagogischen Fragestellungen sowie ihrer zukünftigen Rolle als muslimische Fachkräfte im sozialen Bereich auseinanderzusetzen.

Der Workshop verband fachliche Inhalte mit persönlicher Reflexion, gesellschaftspolitischem Austausch und praxisnaher Fallarbeit. Ziel des Programms ist es, junge Menschen nicht nur akademisch und beruflich zu begleiten, sondern zugleich langfristig professionelle soziale Strukturen innerhalb muslimischer Gemeinden in Deutschland aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Im Rahmen von Modul A setzten sich die Teilnehmenden unter der Leitung Ayşe Batmaz (Programmverantwortliche) mit gesellschaftlichen Narrativen über Jungen und Mädchen, pädagogischen Herausforderungen sowie Fragen von Haltung und Verantwortung im Berufsalltag auseinander. Dabei wurden konkrete Praxisfälle reflektiert und unterschiedliche sozialpädagogische Perspektiven diskutiert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Themenfeld Familie und Ehe. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit heutigen Eheverständnissen, Kommunikationsformen, emotionalen Bedürfnissen sowie der Bedeutung zwischenmenschlicher Reifung und Verantwortung innerhalb familiärer Beziehungen. Dabei wurden gesellschaftliche Entwicklungen ebenso reflektiert wie religiöse Perspektiven auf Familie und Zusammenleben.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem auch das Modul „Vielfalt im Islam“, das von Havva Sümeyra Emrem durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt standen Fragen des professionellen Umgangs mit Vielfalt im Berufsalltag sozialer Berufe. Diskutiert wurden Themen wie Menschenwürde, Sprache, Ausgrenzung, professionelle Haltung sowie der Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten im Spannungsfeld zwischen religiöser Identität und beruflicher Verantwortung. Anhand praxisnaher Fallbeispiele reflektierten die Teilnehmenden konkrete pädagogische Situationen und entwickelten gemeinsam professionelle Handlungsansätze.

Ein besonderes Highlight des Workshops war der Besuch des DITIB-Bundesvorsitzenden Ramazan Ilıkkan. Im Rahmen seines Vortrags tauschte er sich mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten über Familie, gesellschaftliche Verantwortung, Gemeindearbeit sowie religiöse Werte im Kontext des heutigen Deutschlands aus. Dabei betonte er insbesondere die Bedeutung gegenseitigen Verständnisses, gesellschaftlicher Verantwortung und reflektierter Gemeindearbeit.

Auch der DITIB-Generalsekretär Eyüp Kalyon nahm am Workshop teil und sprach mit den Teilnehmenden über die Bedeutung sozialer Verantwortung sowie den langfristigen Ausbau muslimischer sozialer Einrichtungen und Unterstützungsstrukturen in Deutschland.

Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden im Modul „Innere Haltung und Reflexion“ intensiv mit Fragen der Persönlichkeitsentwicklung, Selbstreflexion und emotionalen Verantwortung in sozialen Berufen. Thematisiert wurden unter anderem Macht, Überforderung, Kontrolle, Selbstüberschätzung, Konfliktverhalten sowie professionelle Selbstkontrolle im Umgang mit Menschen. Die Inhalte wurden anhand koranischer Beispiele und praxisnaher Fallkonstellationen gemeinsam reflektiert.

Der Workshop war zugleich für einige Stipendiatinnen und Stipendiaten der letzte gemeinsame Workshop innerhalb des Förderprogramms, da sie bald ihre Ausbildung oder ihr Studium erfolgreich abschließen werden. Bereits in den vergangenen Monaten haben erste Geförderte das Programm erfolgreich beendet und ihren weiteren beruflichen Weg aufgenommen.

Wir freuen uns, diese jungen Menschen während ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung begleitet zu haben und danken ihnen herzlich für ihr Engagement, ihre Offenheit sowie die zahlreichen sozialen Projekte und Beiträge, die sie während ihrer Förderzeit in Moscheegemeinden und sozialen Arbeitsfeldern umgesetzt haben.

Besonders erfreulich ist es zu sehen, wie ehemalige und aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Erfahrungen, ihre Sensibilität und ihre fachlichen Kompetenzen zunehmend in die soziale Arbeit innerhalb muslimischer Gemeinden und der Gesellschaft in Deutschland einbringen. Das Förderprogramm versteht sich dabei nicht nur als zeitlich begrenzte Unterstützung, sondern als langfristiger Beitrag zur Entwicklung verantwortungsbewusster, reflektierter und professioneller muslimischer Fachkräfte im sozialen Bereich.

Mit dem DITIB-Stipendium für Soziale Dienste verfolgt die Abteilung für Familie und Soziale Dienste weiterhin das Ziel, junge muslimische Fachkräfte im sozialen Bereich langfristig zu begleiten, gesellschaftliche Verantwortung zu stärken und professionelle soziale Dienste innerhalb der Moscheegemeinden nachhaltig weiterzuentwickeln.

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