Bundesweites Netzwerk des Förderprogramms wächst weiter
Vom 23. bis 25. Dezember 2025 fand der vierte Workshop des DITIB Stipendiums für Soziale Dienste statt. Der Workshop markierte zugleich einen besonderen Meilenstein innerhalb des Förderprogramms: Erstmals kamen neu aufgenommene sowie bereits geförderte Stipendiatinnen und Stipendiaten gemeinsam in einem Workshop zusammen.
Der Auftakt des Workshops begann am 23. Dezember 2025 im DITIB Bundesverband in Köln. Dort wurden die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten im Rahmen eines sogenannten „Launchpads“ zunächst in die Struktur, Zielsetzung und Erwartungen des Förderprogramms eingeführt. Inhaltlich standen insbesondere die organisatorischen Abläufe des Programms, die praktische Arbeit in Moscheegemeinden, Projektarbeit, Freiwilligendienste sowie die Rolle sozialer Dienste innerhalb muslimischer Religionsgemeinschaften im Mittelpunkt.
Im weiteren Verlauf erhielten die Teilnehmenden zudem Einblicke in die Organisationsstruktur der DITIB sowie in Verantwortungsbereiche innerhalb der Moscheegemeinden. Dabei wurden sowohl zivilgesellschaftliche als auch religiöse Strukturen thematisiert und gemeinsam reflektiert.
Anschließend reiste die Gruppe gemeinsam nach Dahlem weiter, wo der mehrtägige Workshop in der dortigen Jugendherberge fortgesetzt wurde.
Der Workshop verband fachliche, gesellschaftspolitische und persönliche Themen miteinander und setzte bewusst auf interaktive sowie praxisorientierte Methoden. Neben Gruppenarbeiten, Reflexionsphasen und Fallbeispielen standen insbesondere Fragen rund um professionelle soziale Arbeit in Moscheegemeinden im Mittelpunkt.
Im Rahmen von Modul A „Fachexpertise Sozialberufe“ beschäftigten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten unter anderem mit dem Aufbau und der Bedeutung von Familienbildungswerken innerhalb muslimischer Gemeinden. Gemeinsam wurden Bedarfe analysiert und Ideen für zukünftige familienbezogene Bildungsangebote entwickelt. Zudem wurde diskutiert, welche Rolle Digitalisierung und Künstliche Intelligenz künftig in sozialen Bildungsangeboten spielen können.
Modul B widmete sich islamischem Fachwissen für Sozialberufe und behandelte Grundlagen islamischer Ethik in der sozialen Arbeit. Thematisiert wurden unter anderem Verantwortung, zwischenmenschliche Beziehungen, Berufsethik sowie Spannungsfelder zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und persönlicher Haltung.
Im gesellschaftspolitischen Teil des Workshops referierte Dr. Zekeriya Altuğ zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen sowie religiösen Dynamiken im Kontext muslimischen Lebens in Deutschland.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Themenfeld Selbstmanagement und professionelle Haltung im Gemeindekontext. In Modul D reflektierten die Teilnehmenden unter anderem Belastungsgrenzen, Rollenbilder, Konfliktsituationen innerhalb ehrenamtlicher Gemeindearbeit sowie professionelle Kommunikation. Dabei wurden praxisnahe Methoden wie Gewaltfreie Kommunikation, Resilienzarbeit und Selbsterfahrungseinheiten eingesetzt.
Besonders wertvoll war für viele Teilnehmende zudem der intensive Austausch zwischen den bereits erfahrenen und den neu aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Während die neue Fördergruppe ihre Erwartungen formulierte, reflektierten die bisherigen Geförderten ihre bisherigen Projektarbeiten und Erfahrungen innerhalb des Programms.
Der Workshop zeigte erneut, wie wichtig Begegnung, fachlicher Austausch und gemeinsame Reflexionsräume für die Entwicklung professioneller sozialer Arbeit innerhalb muslimischer Gemeinden sind. Durch die Zusammenführung beider Fördergruppen konnte das bundesweite Netzwerk des DITIB Stipendiums für Soziale Dienste weiter gestärkt und erweitert werden.
Ein besonderer Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, der Programmleitung sowie allen Mitwirkenden, die zur Durchführung des Workshops beigetragen haben. Ebenso danken wir den Stipendiatinnen und Stipendiaten für ihre Offenheit, ihre aktive Beteiligung und ihr großes Engagement während des gesamten Workshops.
